Feinmechaniker bei der Arbeit

Foto: (c) Thierry Porchet

 

Konjunktur und Wirtschaftsentwicklung prägen Migration stark

Die nationalkonservativen Gegner der Bilateralen und der Personenfreizügigkeit wischen wichtige Fakten unter den Tisch.

AusländerInnen, die in die Schweiz kommen und hier wohnen wollen, müssen ein geregeltes Einkommen haben. Für Leute ohne Millionenvermögen heisst das konkret: Ohne Arbeitsstelle in der Schweiz erhalten sie keine Aufenthaltsbewilligung. Doch ob man eine Stelle kriegt, hängt vom Arbeitskräftebedarf der Schweizer Firmen ab. Wenn die Konjunktur gut läuft und die Arbeitslosigkeit in der Schweiz tief ist, suchen die Firmen mehr Personal im Ausland.

Deshalb steigt die Einwanderung bei guter Konjunktur. In der Rezession ist es umgekehrt. In der Zeit der rekordhohen Arbeitslosigkeit von 1996 bis 1997 verliessen mehr EU-Staatsangehörige die Schweiz  als neue einreisten.

Das war auch im alten Kontingentssystem nicht anders, wie der spürbare Anstieg der Einwanderung in der Hochkonjunktur Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre zeigt. Mittlerweile gibt das sogar Mario Gattiker zu, der Chef des Staatssekretariates für Migration SEM: «Die Kontingente wurden stets der Nachfrage auf dem Arbeitsmarktangepasst, eine Begrenzung der Zuwanderung gab es nicht»  (NZZ am Sonntag, 14.1. 2018).

Die nationalkonservativen Gegner der Bilateralen und der Personenfreizügigkeit wischen das unter den Tisch. Indem sie beispielsweise immer wieder Einwanderungsstatistiken zeigen, die in der Rezession der 1990er Jahre beginnen, um zu zeigen, dass die Einwanderung im Zeitverlauf gestiegen sei. Doch wenn Statistiken über einen längeren Zeitraum verwendet werden, zeigt sich, dass die Einwanderung in den letzten Jahren im historischen Vergleich nicht aussergewöhnlich hoch war. Obwohl die Schweiz wie die ganze Welt internationaler geworden ist. Und obwohl die höhere Schwarzarbeit im damaligen Kontingentssystem in den offiziellen Zahlen nicht enthalten ist.

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